Protokoll: System und Simplizität
Am Mittwoch und am Donnerstag haben wir uns beinahe ausnahmslos mit dem Spielsystem für den Abend beschäftigt. Wie soll der Ablauf entstehen aus dem Prinzip Zufall oder Komposition. Wir haben ein ausdifferenziertes System, das wir 3:1 nennen entwickelt, auf drei Kunstücke folgt immer ein biografisches oder vertragliches Element in form von Dialogen oder Monologen. Wir sind ganz glücklich und zufrieden, dann involvieren wir Rupert, der uns einen ersten Text gegeben hat, um den Abend zu kontextualisieren. Wir merken, dass es für ihn nicht so klar, wie für uns. Aber sagt ja, und bringt uns am nächsten Tag einen Text, der uns vor die Frage stellt, wie klar wir sein wollen und wir komen zu dem Punkt, dass wir aus den Vorschlägen, selbst etwas montieren und probeweise aufnehmen. Dabei entdecken wir wie gut es ist, wenn man beim Aufnehmen auf das Offensichtlich Notwendige, etwas verzichtet und sozusagen ein eigenes „Atmen“ in der Aufnahmesituation herstellt. Die Präsenz des Sprechers ist stärker als alle Worte. Helmut löst das sehr entspannt.
Am Freitag haben wir das einfach über Lautsprecher eingespielt, wenig später waren die Kopfhörer tot.
Es waren auch Schüler da, als Probepublikum und als Botschafter des Projekts. Sie waren eigentlich gut auf der Höhe der Probe und ihr Feedback, war erstaunlich differenziert und produktiv. Das sollte man beibehalten, auch weil die Schauspieler früh sehr wach sind…